Ein Mitteilung der Stadt Erftstadt...
Das Marien-Hospital beschäftigte zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung kurz vor dem Weihnachtsfest 2025 rund 400 Beschäftigte. Nicht nur für die war dieser Schritt ein Schock. Als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung verfügt das nach der Flutkatastrophe komplett renovierte Marien-Hospital über 130 Planbetten. Neben den Abteilungen für Innere Medizin, allgemeine Chirurgie, Intensivmedizin und Anästhesie unterhält das Krankenhaus bis heute eine rund um die Uhr geöffnete zentrale Notaufnahme, in der Patientinnen und Patienten umfassend versorgt werden. Damit übernimmt das Marien-Hospital die medizinische Versorgung für Erftstadt sowie wesentliche Teile des südlichen Rhein-Erft-Kreises und Umgebung.
Rechtsanwalt André Dobiey aus der Kanzlei Niering Stock Tömp arbeitet als Insolvenzverwalter seit rund sieben Monaten an einer nachhaltigen und langfristigen Sanierungslösung: „Wir diskutieren aktuell mit mehreren potenziellen zukünftigen Trägern verschiedene Modelle und stehen dabei in einem engen Austausch mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Düsseldorf“, erklärte er im Stadtrat. Angesichts des hohen Kostendrucks gestalte sich die Investorensuche aber komplizierter, als ursprünglich erwartet: „Das seit dem Frühjahr diskutierte und im Juli beschlossene Gesetz zur Stabilisierung der Beiträge in der Gesetzlichen Krankenversicherung und jüngst verkündete Kürzungen im Bereich der zukünftigen Abrechnung hybrider Fälle sorgen für zusätzlichen Stress und Planungsaufwand bei allen Krankenhausträgern in Deutschland und damit auch bei potenziellen Investoren“, so Dobiey. Zudem sei das Rheinland und auch der Rhein-Erft-Kreis eigentlich überversorgt, was das Angebot von Krankenhäusern in der Region betrifft. Das Marien-Hospital habe aber als modernstes Krankenhaus in NRW in puncto Infrastruktur eine Daseinsberechtigung, denn: „Viele andere Häuser leiden unter veralteter Bausubstanz, Problemen mit dem Brandschutz und sind zudem nicht ausreichend auf Hitzewellen wie in diesem Jahr vorbereitet“, erklärt der Insolvenzverwalter. Das Marien-Hospital dagegen ist vollständig klimatisiert, was sich schon diesen Sommer bewährte.
Und so ist André Dobiey guter Dinge: „Angestrebt wird weiterhin eine Lösung noch in diesem Jahr. Das ist allerdings keine harte Frist. Insolvenzrechtlich spricht nichts dagegen, auch im Jahr 2027 weiterzumachen, sofern eine langfristige Lösung bis Weihnachten noch nicht umgesetzt ist.“ Gleiches gelte auch für die hundertprozentige Tochtergesellschaft, die nicht von einer Insolvenz betroffene Münch-Stift-APZ GmbH, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marien-Hospital die stationäre Altenpflege mit umfassenden Angeboten betreibt. Auch hier gehe der Betrieb uneingeschränkt weiter, die Zahlen seien stabil.
Bürgermeisterin Carolin Weitzel bedankte sich stellvertretend bei André Dobiey für die Informationen. Ihr Resümee lautete: „Für die rettungsdienstliche Hilfeleistung und medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Erftstadt hat das Marien-Hospital eine besondere Bedeutung. Mit den Ausführungen von André Dobiey darf der Stadtrat weiter zuversichtlich sein, dass der Fortbestand ‚unseres‘ Marien-Hospitals für die Zukunft gesichert werden kann.“ - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek


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