"Weniger Äpfel geerntet!´"!
Hitze, Trockenheit und Hagel führen zu Schäden bei Äpfeln und zu Ernteausfällen
Grund für die verhaltene Ernteprognose sind wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2026. Dadurch fallen viele Äpfel vorzeitig vom Baum, bleiben sehr klein oder weisen Schäden durch Sonnenbrand auf. Zudem melden einzelne Obstbaubetriebe Hagelschäden mit punktuell fast vollständigen Ernteausfällen.
Durchschnittliche Ernte in Baden-Württemberg, größter Rückgang in Thüringen
Die erwartete Apfelernte wird vor allem durch die bedeutendsten Anbauländer Baden-Württemberg und Niedersachsen getragen. Diese beiden Bundesländer vereinen 61,1 % der Apfelanbaufläche in Deutschland und erzeugen zwei Drittel der heimischen Äpfel (66,6 %). In Baden-Württemberg werden auf einer Fläche von 11 600 Hektar voraussichtlich 350 000 Tonnen Äpfel geerntet, womit die erwartete Erntemenge 0,7 % über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt. In Niedersachsen wird auf einer Anbaufläche von 8 400 Hektar eine Apfelernte von 272 000 Tonnen erwartet, was einem Rückgang von ‑5,9 % gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt entspricht. Die erwartete Erntemenge liegt in anderen Bundesländern teilweise noch deutlicher unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre als in Niedersachsen. Eine besonders niedrige Apfelernte wird in Thüringen (‑45,1 %), Mecklenburg-Vorpommern (‑18,4 %), Bayern (‑16,4 %), Rheinland-Pfalz (‑15,8 %), Sachsen (‑13,3 %) und Hamburg (‑12,8 %) erwartet.
Pflaumen- und Zwetschenernte auf einem überdurchschnittlichen Niveau erwartet
Die Pflaumen- und Zwetschenernte wird in diesem Jahr nach der vorläufigen Schätzung vom Juli 2026 mit gut 49 300 Tonnen voraussichtlich um 5 100 Tonnen (+11,5 %) höher ausfallen als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (44 200 Tonnen). Im Vergleich zum besonders ertragreichen Vorjahr liegt die erwartete Pflaumen- und Zwetschenernte etwa 3,9 % niedriger. Bezogen auf die Anbaufläche von rund 4 100 Hektar ergibt sich ein erwarteter Durchschnittsertrag für Pflaumen und Zwetschen von rund 12,0 Tonnen je Hektar.
In Baden-Württemberg, dem bedeutendsten Bundesland für den Pflaumen- und Zwetschenanbau, wird auf 1 700 Hektar Anbaufläche eine besonders gute Pflaumen- und Zwetschenernte von rund 24 100 Tonnen erwartet. Dies entspricht einem Plus von 37,8 % gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt sowie einer Steigerung von 34,4 % gegenüber der in Baden-Württemberg unterdurchschnittlichen Vorjahresernte von 17 900 Tonnen. In Rheinland-Pfalz, dem zweitgrößten Anbauland für Pflaumen und Zwetschen mit rund 900 Hektar Anbaufläche, fällt die diesjährige Ernteprognose hingegen mit 9 900 Tonnen unterdurchschnittlich aus und liegt 7,7 % unter dem zehnjährigen Durchschnitt. - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek


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