Viele Alleinerziehende mit Kindern!
Momentan wird über eine Reform des staatlichen Unterhaltsvorschusses für
Kinder von Alleinerziehenden diskutiert. Wie das Statistische Bundesamt
(Destatis) nach Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilt, lebten im
Jahr 2025 rund 1,62 Millionen Alleinerziehende in Deutschland. Damit gab
es in knapp jeder fünften (19,4 %) Familie mit Kindern unter 18 Jahren
nur ein Elternteil. Im Vergleich zu 2015 zeigt sich ein leichter
Rückgang: Damals hatte es 1,65 Millionen Alleinerziehende gegeben, der
Anteil der Alleinerziehenden-Familien an allen Familien mit
minderjährigen Kindern hatte bei 20,5 % gelegen.
Anteil der alleinerziehenden Väter gestiegen
Der Großteil der Alleinerziehenden ist nach wie vor weiblich. Im Jahr 2025 gab es 1,37 Millionen alleinerziehende Mütter. Damit waren mehr als vier von fünf (84,4 %) Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren Frauen. Zehn Jahre zuvor hatte ihr Anteil bei 88,9 % gelegen. Der Anteil der Väter unter den Alleinerziehenden ist entsprechend gestiegen: von 11,1 % im Jahr 2015 auf 15,6 % im Jahr 2025. Zuletzt gab es 253 000 alleinerziehende Väter, die mit ihren minderjährigen Kindern in einem Haushalt lebten.
Mehr als ein Fünftel der Alleinerziehenden hat Kinder im Alter von 16 und 17 Jahren
Ein Vorschlag für die Reform des Unterhaltsvorschusses sieht vor, diesen künftig nur noch für Kinder unter 16 Jahren zu gewähren. Bisher liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren. Im Jahr 2025 waren 15,8 % der minderjährigen Kinder von Alleinerziehenden 16- und 17-Jährige. Insgesamt waren dies 373 000 Jugendliche. Betroffen von der Reform des Unterhaltsvorschusses wären 21,2 % der Familien Alleinerziehender.
Insgesamt lebten im Jahr 2025 rund 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren mit nur einem Elternteil zusammen. Das waren 16,8 % aller Minderjährigen in Deutschland.
Alleinerziehende Mütter arbeiten häufiger in Vollzeit, alleinerziehende Väter seltener als Mütter und Väter in Paarfamilien
Alleinerziehende Mütter arbeiten häufiger in Vollzeit als Mütter mit einem Partner oder einer Partnerin, bei alleinerziehenden Vätern ist es umgekehrt. Im Jahr 2025 arbeiteten 38,6 % der 956 000 erwerbstätigen alleinerziehenden Mütter mit Kindern unter 18 Jahren in Vollzeit. Bei Müttern, die in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft lebten, lag die Vollzeit-Erwerbstätigenquote bei 30,7 %. Der Anteil der erwerbstätigen alleinerziehenden Väter mit minderjährigen Kindern, die in Vollzeit arbeiten, war mit 83,8 % hingegen niedriger als der von Vätern in Partnerschaft (91,5 %).
Insgesamt lag die Erwerbstätigenquote von Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren im vergangenen Jahr bei 71,8 %. Väter (82,8 %) waren dabei häufiger erwerbstätig als Mütter (69,8 %).
Armutsgefährdungsquote von Personen in Alleinerziehenden-Haushalten mehr als doppelt so hoch wie von Personen in Paarhaushalten mit Kindern
Alleinerziehende und ihre Kinder sind besonders stark von
Armutsgefährdung betroffen. Nach Ergebnissen der Erhebung zu Einkommen
und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025 hatten zuletzt 28,9 % der Personen
in Alleinerziehenden-Haushalten ein Einkommen unterhalb der
Armutsgefährdungsgrenze. Damit war die Armutsgefährdungsquote von
Menschen in Haushalten von Alleinerziehenden mehr als doppelt so hoch
wie die von Menschen in Haushalten von Paaren mit einem oder mehreren
Kindern (12,0 %). Zum Vergleich: Über alle Haushaltstypen hinweg waren
16,1 % der Bevölkerung von Armut bedroht.


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