Wer zahlt wie viele Steuern?
In Deutschland wird ein progressiver Steuersatz angewendet, der mit steigendem Einkommen ansteigt. Dadurch werden die Steuerpflichtigen unterschiedlich stark belastet. Die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz galt, lag 2022 bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 58 597 Euro (beziehungsweise 117 194 Euro bei gemeinsam veranlagten Personen). Zu beachten ist, dass der Spitzensteuersatz nicht für das gesamte Einkommen fällig wird, sondern für den Betrag über der Einkommensgrenze.
Rund 141 000 der 3,2 Millionen Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz verzeichneten ein Jahreseinkommen über 277 826 Euro (555 652 Euro für gemeinsam veranlagte Personen). Ab dieser Einkommensgrenze galt 2022 der Höchststeuersatz von 45 %, die sogenannte Reichensteuer. Auf diese 0,3 % aller unbeschränkt Steuerpflichtigen entfielen rund 7,6 % aller Einkünfte und 15,3 % der Steuersumme.
Steuerpflichtige mit Spitzensteuersatz: Deutliche Zunahme seit 2012
Im Vergleich zu 2012 ist der Anteil der Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz von 5,4 % aller Steuerpflichtigen auf 7,4 % im Jahr 2022 gestiegen. Basierend auf einem Progressionsbericht wird der Steuertarif im Einkommensteuergesetz seit 2016 regelmäßig an die Inflation angepasst. Damit wurden die Beträge, ab denen der Spitzensteuersatz greift, jährlich angehoben. Seitdem hat sich der Anstieg, zusätzlich bedingt durch einen Rückgang zu Beginn der Corona-Pandemie, verlangsamt. Im Jahr 2022 entfiel auf die Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz 49 % des gesamten Einkommensteueraufkommens; 2012 waren es noch 42 %.
Steuerpflichtige erzielten 2,1 Billionen Euro Gesamteinkünfte
Insgesamt wurden 2022 von allen Steuerpflichtigen zusammen Einkünfte
in Höhe von 2,1 Billionen Euro erzielt. Die Gesamteinkünfte lagen damit
um 127 Milliarden Euro oder 6,5 % höher als im Vorjahr. Die von den
Arbeitgebern einbehaltene Lohnsteuer zusammen mit der von den
Finanzbehörden festgesetzten Einkommensteuer für 2022 betrug
376 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 19 Milliarden Euro
(+5,2 %) gegenüber 2021 entspricht. - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek


Kommentare
Kommentar veröffentlichen