Info der Stadt Erftstadt:Thema Hochwasser!
Bevor diese aber in den beiden Workshops in Dirmerzheim und Friesheim von Manuel Sportmann vom Ingenieurbüro Fischer Teamplan präsentiert wurden, stellte zunächst der Erftverband jeweils die Planungen im gesamten Einzugsgebiet vor.
Der Erftverband ist federführend in der Interkommunalen Hochwasserschutzkooperation Erft (hwsErft), in der nicht nur die Stadt Erftstadt, sondern viele andere Kommunen im Einzugsgebiet der Erft ihre Hochwasserschutzkonzepte auch für deren Nebengewässer miteinander abstimmen.
Das Hochwasser-Schutzkonzept für den Rotbach
Manuel Sportmann, Projektleiter auf Seiten des Ingenieurbüros Fischer Teamplan, erläuterte im Rahmen der Workshops jeweils die sinnvollsten Lösungen, die in der Folge fokussiert werden sollen. Die wichtigsten Maßnahmen lassen sich im Grunde mit drei Hauptpunkten zusammenfassen: „Ein wichtiger Faktor ist der Zufluss in den Rotbach mittels einer Anpassung der gesteuerten Abgabe am Hochwasser-Rückhaltebecken (HRB) Niederberg. Eine kontrollierte Steuerung des Wasserzuflusses würde für Verbesserungen entlang des Rotbaches bis hin zur Mündung in die Erft führen“, erläuterte Manuel Sportmann. Die Erkenntnisse aus 2021 offenbarten zudem den massiven Einfluss der Erpa auf den Bereich des Rotbaches: „Das Gebiet rund um die Einmündung der Erpa in den Lechenicher Mühlengraben zwischen Ahrem und Lechenich war seinerzeit ebenfalls massiv betroffen. Um dort künftig Hochwasser zu vermeiden beziehungsweise einzugrenzen ist ein Rückhalt der Erpa zu realisieren. Sinnvoll wäre ein HRB nahe der Mündung in den Mühlengraben, voraussichtlich westlich von Ahrem“, so Manuel Sportmann. Das erforderliche Volumen eines solchen Beckens würde nach derzeitigem Stand bei rund 150.000 Kubikmetern liegen. Der dritte Punkt bezieht sich auf den Lechenicher Mühlengraben und dessen hydraulische Leistungsfähigkeit. „Die muss, so gut es geht, verbessert werden. Dies ist in der Umsetzung aber schwierig, da Gefälle und fehlende Fläche durch die angrenzende Bebauung für Schwierigkeiten sorgen.“ Insgesamt sehen die Planungen zum Schutz gefährdeter Bereiche mit Wohnbebauung von Friesheim, über Ahrem, Lechenich und Konradsheim bis nach Dirmerzheim abschnittsweise Deichstrecken vor, gepaart mit einem punktuellen Gewässerausbau, wo er sich sinnvoll realisieren lässt. „Insgesamt wären es nach unseren Planungen rund 1.800 Meter Deichanlagen. Die Baukosten dafür wären mit etwas mehr als 1 Million Euro zu beziffern. Hinzu käme dann das HRB für die Erpa“, resümierte Manuel Sportmann.
Die nächsten Schritte
Dirk Schulz erklärte mit Blick auf die Zukunft des Konzepts: „Im Grunde gilt für die Planungen im Bereich des Rotbaches das Gleiche wie für den Bereich der Erft. Das Konzept wird noch in diesem Jahr fertiggestellt. Parallel laufen weiterhin die Abstimmungen mit der Bezirksregierung Köln, der Unteren Wasserbehörde beim Rhein-Erft-Kreis und mit dem Erftverband hinsichtlich der Realisierung von Deichanlagen sowie eines HRB Erpa. Wir werden die Planungen entsprechend sukzessive konkretisieren und forcieren sowie entsprechende Fördermittel beantragen.“
Bürgermeisterin Carolin Weitzel bilanzierte nach den vier Workshop-Terminen: „Wir als Stadtverwaltung werden alles dafür tun, dass die Ergebnisse der jeweiligen Konzepte - in Abstimmung mit den entsprechenden Partnern - schnellstmöglich in die Tat umgesetzt werden können, um den Menschen in Erftstadt einen besseren Schutz vor Hochwasser bieten zu können.“
Nähere Informationen rund um das Thema Hochwasserschutz sind beim Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung, Abteilung Umwelt und Naturschutz telefonisch unter 02235/ 409321 zu erfragen. - Quelle: Stadt Erftstadt, Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek



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