"Der Feldweg"

In Martin Heideggers Prosatext „Der Feldweg“ (entstanden um 1949) dient der reale Weg in seiner oberschwäbischen Heimat als zentrale Metapher. Er symbolisiert die Verwurzelung des Menschen in der Erde, die Abkehr von der bloßen technischen Machbarkeit und die Öffnung für ein tiefes, ursprüngliches Denken.

Die Kernmotive und philosophischen Leitmotive:

Natur und Zuspruch: 

Der Feldweg wird als ein Ort der „Ruhe“ und der unberührten Natur beschrieben. Die Dinge am Weg (alte Eichen, Wiesen) „sprechen“ zum Menschen und schenken ihm Welt. Wer auf ihm geht, erfährt eine Einheit von Himmel und Erde.

Kritik an Technik und Moderne: 

Heidegger warnt davor, dass der Mensch vergeblich versucht, die Erde durch bloßes Planen und Apparate in Ordnung zu bringen. Ohne den „Zuspruch des Feldweges“ drohe eine seelische Schwerhörigkeit und Weglosigkeit.

Die wissende Heiterkeit: 

Als Gegenpol zur hektischen Betriebsamkeit und dem „Nur-Arbeiten“ bietet der Weg eine innere Ruhe. Diese „wissende Heiterkeit“ führt zu einem Einklang mit dem Dasein und wird als „Tor zum Ewigen“ beschrieben.

Verzicht und Heimat: 

Der Text preist das Einfache. Der Feldweg nimmt nicht, sondern er gibt und macht den Menschen in seiner „langen Herkunft“ heimisch. 

Einordnung in Heideggers Gesamtwerk:

Das Motiv des Weges zieht sich durch Heideggers gesamte Philosophie. So wählte er das Motto „Wege, nicht Werke“ und benannte zwei weitere seiner berühmten Aufsatzbände entsprechend: Wegmarken und Holzwege. Der Text ist in verschiedenen Publikationen, darunter in bebilderten Sonderausgaben mit Fotografien aus Meßkirch, über den Vittorio Klostermann Verlag erhältlich. (Quelle: KI). 

Wer war Martin HHeidegger?

Martin Heidegger (* 26. September 1889 in Meßkirch; † 26. Mai 1976 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Philosoph. Er stand in der Tradition der Phänomenologie vornehmlich Edmund Husserls, der Lebensphilosophie insbesondere Wilhelm Diltheys sowie der Existenzdeutung Søren Kierkegaards, die er in einer neuen Ontologie überwinden wollte. Die wichtigsten Ziele Heideggers waren die Kritik der abendländischen Philosophie und die denkerische Grundlegung für ein neues Weltverständnis.

1926 entstand sein erstes Hauptwerk Sein und Zeit, das die philosophische Richtung der Fundamentalontologie begründete (publiziert 1927).

Heidegger und die NS-Zeit

Nach der Machtergreifung 1933 beteiligte sich Heidegger mit Enthusiasmus an dem, was er als nationalsozialistische Revolution begriff. Am 21. April 1933 wurde er Rektor der Freiburger Universität. Heidegger, der bereits 1932 die NSDAP gewählt hatte, trat ihr zum 1. Mai 1933 bei (Mitgliedsnummer 3.125.894) und blieb bis Kriegsende Mitglied. - Quelle: Wiki. - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek

 

 


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