Strompreise gestiegen!
Gesunkene Beschaffungskosten für Erdgas und Strom für private Haushalte kompensieren gestiegene Belastungen durch Steuern, Umlagen und Abgaben
Die Energiebeschaffung und der Vertrieb von Erdgas vergünstigten sich im 2. Halbjahr 2025 für private Haushalte im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 leicht um 0,8 %. Gegenüber dem 2. Halbjahr 2024 zeigte sich ein deutlicher Rückgang von 10,0 %. Die Belastung durch Steuern, Umlagen und Abgaben stagnierte im 2. Halbjahr 2025 mit 3,86 Cent je Kilowattstunde gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 für alle privaten Erdgaskundinnen und ‑kunden. Im Vergleich zum 2. Halbjahr 2024 wuchs die Belastung insgesamt jedoch um 5,8 %. Letzteres war die Folge von Erhöhungen der CO2‑Steuer und der Gasspeicherumlage ab dem 1. Januar 2025. In Verbindung mit zusätzlich steigenden Netzentgelten (+19,7 %) sank der Durchschnittspreis durch die wachsenden Belastungen letztlich nur leicht gegenüber dem 2. Halbjahr 2024 (-0,4 %).
Für Energiebeschaffung und Vertrieb zahlten die privaten Stromkundinnen und ‑kunden im 2. Halbjahr 2025 durchschnittlich 1,2 % mehr als im 1. Halbjahr 2025. Gegenüber dem 2. Halbjahr 2024 fiel dieser Preisbestandteil allerdings um 8,6 % niedriger aus. Die Netzentgelte fielen um 1,4 % gegenüber dem 2. Halbjahr 2024. Steuern, Abgaben und Umlagen stiegen allerdings im Vergleich zum 2. Halbjahr 2024 um 8,3 %, verursacht hauptsächlich durch die seit 1. Januar 2025 erhöhte Offshore-Netzumlage sowie den höheren Aufschlag für besondere Netznutzung. Insgesamt mussten private Haushalte für Strom somit 1,6 % weniger bezahlen als im 2. Halbjahr 2024.
Strom- und Gaspreise für Nicht-Haushalte rückläufig, aber auf hohem Niveau
Nicht-Haushalte, zum Beispiel Unternehmen, Gewerbebetriebe oder Behörden, zahlten im 2. Halbjahr 2025 für Erdgas ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern durchschnittlich 6,18 Cent je Kilowattstunde. Das waren 8,4 % weniger als im 1. Halbjahr 2025 und ein Rückgang von 2,7 % gegenüber dem 2. Halbjahr 2024. Im längerfristigen Vergleich mit dem 2. Halbjahr 2021 lagen die Preise jedoch insgesamt auf einem um 33,5 % höheren Niveau.
Die Erdgaspreise für Nicht-Haushalte entwickelten sich je nach Jahresverbrauch sehr unterschiedlich. Bei einem vergleichsweise geringen Verbrauch zwischen 1 000 und unter 10 000 Gigajoule mussten Nicht-Haushalte im 2. Halbjahr 2025 durchschnittlich 8,60 Cent je Kilowattstunde zahlen. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 blieben die Preise damit stabil, verglichen mit dem 2. Halbjahr 2021 war das Preisniveau für diese Verbrauchsgruppe aber fast doppelt so hoch (+93,3 %).
Lag der Jahresverbrauch über 4 Millionen Gigajoule, kostete Erdgas 4,52 Cent je Kilowattstunde und damit 14,7 % weniger als im 1. Halbjahr 2025. Im Vergleich zum 2. Halbjahr 2021 sanken die Durchschnittspreise für diese Großverbraucher im 2. Halbjahr 2025 sogar um 20,4 %. Grund dafür ist das hohe Niveau im 2. Halbjahr 2021. Damals stiegen die Gaspreise rasant an, teilweise um das Vierfache gegenüber dem 1. Halbjahr 2021. Diese Preissteigerungen trafen damals insbesondere Großverbraucher, wohingegen die Preise für kleinere und mittlere Verbraucher aufgrund längerfristiger Verträge langsamer stiegen.
Für Strom zahlten Nicht-Haushalte im 2. Halbjahr 2025 durchschnittlich 19,22 Cent je Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern. Damit war Strom im 2. Halbjahr 2025 um 0,6 % günstiger als im 1. Halbjahr 2025 und 6,5 % günstiger als im 2. Halbjahr 2024. Im längerfristigen Vergleich zum 2. Halbjahr 2021 war die Kilowattstunde Strom 15,4 % teurer.
Nicht-Haushalte mit einem Jahresverbrauch unter 20 Megawattstunden zahlten im 2. Halbjahr 2025 mit 32,58 Cent je Kilowattstunde 0,7 % weniger als im 1. Halbjahr 2025. In der längerfristigen Betrachtung gegenüber dem 2. Halbjahr 2021 stiegen die Preise um 28,1 %.
In der größten Jahresverbrauchsgruppe mit mehr als 150 000 Megawattstunden kostete Strom im 2. Halbjahr 2025 mit 13,07 Cent je Kilowattstunde 2,3 % weniger als im 1. Halbjahr 2025. Gegenüber dem 2. Halbjahr 2021 (13,11 Cent je Kilowattstunde) lagen die Durchschnittspreise für diese Großverbraucher auf ähnlichem Niveau. - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek


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