"Alter Friedhof Oberliblar": Ein Info der Stradt Erftstadt
„Die städtisch finanzierte Erdterrasse wurde unter ökologisch nachhaltigen Gesichtspunkten errichtet. Einen besonderen Dank richten wir an Bürgermeisterin Carolin Weitzel und an Edina Hoffacker von der Abteilung Friedhöfe und Sondernutzung Straßen für ihre Unterstützung. Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat wirklich Spaß gemacht und sichtlich etwas bewegt“, betonte Dr. Deborah Williger im Rahmen der offiziellen Eröffnung. Zu der waren neben Vertreterinnen und Vertretern des Projekts, aus der Politik, vom ausführenden Gartenbauunternehmen, vom Geschichtsverein und der Bürgerschaft auch Mitglieder des Orga-Teams des Interreligiösen Naturschutztags Erftstadt gekommen. Dieses Team umspannt fünf Konfessionen und setzt sich aus der evangelischen Pfarrerin Andrea Döhrer, der muslimischen Korangelehrten Irda Waty Kaiser, dem katholischen Pastoralreferenten Thomas Blum, dem buddhistischen Lehrer Werner Heidenreich sowie Dr. Deborah Williger zusammen. Die Oekotheologin diente als Bindeglied und hofft, auch mit dem Projekt „Der Friedhof lebt“ Verbindungen, Austausch und Verständnis über Religionen hinweg zu schaffen.
Diesen verbindenden Gedanken hob auch Bürgermeisterin Carolin Weitzel hervor: „Ich danke allen, die sich hier engagiert und einen besonderen Ort geschaffen haben, der zu einem Moment der Ruhe einlädt, des Gedenkens und auch der Bildung.“ Dank einer Informationstafel, die per QR-Code auch zu einem interaktiven Erleben einlädt, sind Hintergründe und interessante Informationen gegeben.
Ebensolche konnte auch der Leiter des Historischen Archivs der Stadt Erftstadt, Dr. Frank Bartsch, beisteuern: „Wie alt der Friedhof ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber 1877 stellte Max Reichsgraf Wolff-Metternich zur Gracht der israelitischen Gemeinde Liblar ein Grundstück zur Verfügung, um den alten jüdischen Friedhof zu vergrößern. Im Gegensatz zu allen anderen jüdischen Friedhöfen in Erftstadt sind hier keine originalen Grabsteine erhalten. Nach der Verwüstung durch die Nationalsozialisten wurden alle Grabsteine als Abraum in die ausgekohlte Liblarer Grube des Brikettwerkes geworfen“, berichtete Dr. Frank Bartsch. Der Friedhof in seiner jetzigen Form sei erst Mitte der 1960er Jahre zum Gedenken an die einstige jüdische Gemeinde Liblar wiederhergestellt worden.
Rund um diesen alten Friedhof wurden in den vergangenen drei Jahren „die Hecke mit Schlehenstöcken verdichtet, eine Vogeltränke und eine Klanginstallation realisiert und vom Umweltamt Nistkästen aufgehangen“, fasste Dr. Deborah Williger zusammen. Zudem wurde vor dem Eingang zum Friedhof ein Hochbeet installiert – aus gutem Grund: Dr. Deborah Williger und Carolin Weitzel pflanzten dort gemeinsam einige Heilpflanzen: „Als Symbol der Hoffnung auf wachsende Heilung für seelische Wunden.“
Nun hoffen alle Beteiligten auf achtsame Besucherinnen und Besucher, die dort Ruhe und innere Einkehr finden und der Natur sowie anderen Menschen begegnen. „Da der Friedhof direkt am Fußweg vom Bahnhof zum künftigen Ville Campus und der Dependance der Hochschule des Bundes liegt, stehen die Chancen gut, dass der Ort passend zum Projekt ‚lebendig‘ wird“, resümierte Carolin Weitzel.



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