Viele Selbstständige, aber "arme" Kulturschaffende
Hohe Selbstständigenquote in Kulturberufen
Der Kulturbereich weist traditionell überdurchschnittlich hohe Selbstständigenquoten auf. Im Jahr 2024 lag der Anteil der Selbstständigen in Kulturberufen bei rund 33 % (2021: 34 %) und damit deutlich über dem Durchschnittswert aller Berufe von rund 9 %. Besonders hoch war die Selbstständigenquote im Bereich Kunsthandwerk und bildende Kunst (85 %) sowie in der Moderation und Unterhaltung (61 %). Deutlich geringer fiel der Anteil in den Bereichen Veranstaltungsservice und -management (17 %) sowie Redaktion und Journalismus (26 %) aus.
Ein Drittel der Erwerbstätigen verdient weniger als 1 500 Euro netto
Niedrige Einkommen sind im Kulturbereich überdurchschnittlich verbreitet: Rund 33 % der Erwerbstätigen in Kulturberufen erzielten 2024 ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1 500 Euro, gegenüber rund 25 % bei allen Erwerbstätigen in Deutschland. Ein höheres monatliches Nettoeinkommen von mindestens 2 500 Euro erzielten 34 % der Erwerbstätigen in Kulturberufen, während es 39 % bei allen Erwerbstätigen in Deutschland waren.
Besonders häufig lagen die Einkommen im unteren Bereich unter 1 500 Euro netto in den Berufen Kunsthandwerk und bildende Kunst (57 %) sowie im Buch-, Kunst-, Antiquitäten- und Musikfachhandel (52 %). Höhere Einkommen von über 2 500 Euro netto erzielten dagegen Beschäftigte im Produkt- und Industriedesign (54 %) sowie in der Theater-, Film- und Fernsehproduktion (50 %).
Berlin und Hamburg mit den höchsten Anteilen an Kulturberufen
Mit rund 8 % hatte Berlin 2024 den höchsten Anteil der Erwerbstätigen in Kulturberufen an der Gesamterwerbstätigenzahl. Auch Hamburg lag mit rund 6 % deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 3 %. Betrachtet man die Verteilung auf die Bundesländer, so waren in den drei einwohnerstärksten Ländern Nordrhein-Westfalen (20 %), Bayern (16 %) und Baden-Württemberg (13 %) sowie im Stadtstaat Berlin (12 %) die meisten Kulturschaffenden zu finden. Sie vereinten zusammen rund 61 % aller Erwerbstätigen in Kulturberufen auf sich. - Das Foto zeigt ein Gemälde von Jörg Immendorf: "Malrede", Öl auf Leinwand, 150 x 180 cm. Das Parlament bzw. der Landtag von NRW hatte das Gemälde im Jahre 2006 für rund 100.000 Euro erworben. Jörg Immendorf (1945-2007) war einer der bekanntesten deutschen Künstler der Gegenwart. - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek


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