NABU: Endergebnis der „Stunde der Wintervögel 2026“
Wintergoldhähnchen sorgen für Begeisterung | Deutlicher Einbruch beim Haussperling.
Die Ergebnisse der diesjährigen NABU-Wintervogelzählung stehen fest: Bundesweit führt der Haussperling zwar weiterhin die Liste der häufigsten Wintervögel in unseren Gärten und Parks an. Allerdings mit Verlusten im Vergleich zum Vorjahr. In Nordrhein-Westfalen fallen diese aber so stark aus, dass der Haussperling auf den dritten Platz abrutscht. Kohlmeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen konnten sich dagegen bundes- wie landesweit erholen. Besonders erfreulich: Diesmal war die Teilnahme wieder deutlich höher als in den vergangenen Jahren – 26.702 Teilnehmenr in Nordrhein-Westfalen zählten in rund 19.000 Gärten mehr als 560.000 Vögel und meldeten ihre Beobachtungen an den NABU.
Der deutliche Rückgang des Haussperlings in der aktuellen Auswertung ist erschreckend: Im Vergleich zum Vorjahr wurden bundesweit 15 Prozent weniger Haussperlinge in unseren Gärten beobachtet, in NRW waren es sogar 26 Prozent weniger. D.h. nur in 40 Prozent der nordrhein-westfälischen Gärten wird der Haussperling überhaupt noch gesichtet und dort auch nur noch mit durchschnittlich drei Exemplaren. Zu seiner besten Zeit 2021/2022 waren es noch 5 Exemplare in jedem zweiten Garten. „In den städtischen Ballungsräumen hierzulande wurde er dabei schon immer seltener beobachtet als im Umland. Dass die Sichtungen nun auch in der Fläche einbrechen, macht uns große Sorgen“, erklärt Christian Chwallek,
Für Begeisterung sorgten bei dieser „Stunde der Wintervögel“ dagegen die gestiegenen Beobachtungen des Wintergoldhähnchens (s. Foto). „Der kleinste Vogel Europas lebt in Nadel- und Mischwäldern. Er bleibt im Winter hier und ist bei kalter Witterung und geringem Futterangebot gerne häufiger in Gärten und Parks unterwegs. Das erklärt die besonders stark gestiegenen Meldungen aus waldreichen Kreisen wie Olpe, dem Oberbergischen Kreis oder dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Möglicherweise gab es auch Verstärkung durch den Zuzug von Wintergästen aus dem Nordosten“, erklärt Chwallek.
Bei den typischen Wintergästen am Futterhäuschen ergibt sich kein eindeutiges Bild: Während Buntspecht, Schwanzmeise und Kleiber häufig gesichtet wurden, blieben sonst häufige Gäste wie Gimpel und Kernbeißer, aber auch Erlenzeisige und Bergfinken eher eine Rarität an nordrhein-westfälischen Futterhäuschen. Chwallek: „Das spricht trotz widriger Witterungsbedingungen am Zählwochenende für eine ausreichende Futterlage in den natürlichen Lebensräumen. Aus demselben Grund ist wohl auch der Zuzug von Erlenzeisigen und Bergfinken bis nach Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr ausgeblieben. Ganz im Gegensatz zu den nordischen Drosselarten wie Rot- und Wacholderdrossel, die dieses Jahr landesweit deutlich häufiger beobachtet werden konnten. - Text: Dr. Ernst Hoplitschek, Foto: Francis C. Franklin - Wikimedia Commons

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