"High-Tech im Unterholz" - Info der Stadt Erftstadt

Normalerweise zieht es Jugendliche in der nass-kalten Jahreszeit vor die heimische Spielekonsole statt in den Wald. Doch im Friesheimer Busch lockte ein besonderes Experiment neun Jugendliche im Alter von 9 bis 12 Jahren in die Natur. Ausgerüstet mit einer umfangreichen Technik, die an ein Filmset erinnerte, starteten die Neun in ihr „Medienkompetenzprojekt“. Das war weit mehr als reine Freizeitbeschäftigung, dank des Pädagogischen Familiendienstes, der sich im Trägerverbund des Jugendamtes der Stadt Erftstadt und des Sozialdienst katholischer Männer SKM e.V. befindet. Finanziert wurde das kostenfreie Angebot für neun Erftstädter Kinder, die im Rahmen der Jugendhilfe betreut werden, durch das Landesprogramm „kinderstark – NRW schafft Chancen“. 

Unter Anleitung des Sozialarbeiters und Medienpädagogen Burkhardt Heimann versuchten sich die Kinder und Jugendlichen an Actionkameras und sorgten für beeindruckende Aufnahmen: „Wir nutzen die Technik, um die Natur neu zu entdecken“, erklärte Burkhardt Heimann den Ansatz des Projekts. Für dieses Vorhaben bot der Friesheimer Busch die perfekte Kulisse - als ehemaliges Munitionsdepot und mittlerweile wertvolles Biotop. Zehn Mal ging die Gruppe auf „Entdeckungsreise“ und befasste sich intensiv mit Unterwasseraufnahmen, Food- oder Holi-Fotografie, bei der mit leuchtenden Farbpulvern außergewöhnliche Motive entstehen. Mit den Aufnahmen entstanden dann eigene Stories und Trickfilme oder KI-generierte Comics. Auch Nachtwanderungen mit Lichtmalereien und ein besonderes Abschlussritual gehörten zum Projekt – Stockbrot und Marshmallows am Lagerfeuer. Die Jugendlichen lernten dabei auf vielfältige Weise – beispielsweise beim Thema Zeitlupe physikalische Prozesse sichtbar zu machen, die dem Auge verborgen bleiben, oder sich in Reporter-Teams gegenseitig zu interviewen beziehungsweise die eigenen Aktionen lebendig zu kommentieren. Doch das Projekt sollte noch mehr erreichen: „Ein zentraler Aspekt war das soziale Miteinander. Bei verschiedenen Kooperationsspielen lernten die Kinder, dass sie nur gemeinsam im Team erfolgreich sein können. Sie hielten Frust aus, trafen Absprachen und unterstützten sich gegenseitig, um gemeinsam Lösungen zu finden“, fasste Burkhardt Heimann zusammen. Zum krönenden Abschluss des Projekts präsentierten die jungen Medien- und Umweltforschenden ihren Familien ihre eindrucksvollen Erlebnisse in einem Film. So schlug das Projekt im Friesheimer Busch eine gelungene Brücke zwischen digitaler und analoger Welt und sorgte bei den Jugendlichen für jede Menge neue Erfahrungen, spektakuläre Erinnerungen, Medienkompetenz - und Freundschaften. - Das Foto zeigt einen Teil des Naturschutzgebietes im Friesheimer Busch im Frühjahr. - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek

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