Ärzte verdienten weniger!
Die Einnahmen aus Privatabrechnung machten im Jahr 2023 anteilig 28,0 % aus (2022: 24,3 %). 5,0 % wurden aus sonstiger selbstständiger ärztlicher Tätigkeit erzielt, etwa für die Erstellung von Gutachten sowie betriebs- oder durchgangsärztliche Tätigkeiten.
Ein Grund für diese Entwicklung dürfte sein, dass die Zahl der reinen Privatpraxen in Deutschland steigt. Im Jahr 2023 gaben 6,5 % der befragten Praxen an, keine Einnahmen aus Kassenabrechnung zu erzielen. 2022 betrug der Anteil der Privatpraxen noch 5,4 %, 2021 waren es 3,8 %.
Zusätzlich gab es auch Verschiebungen innerhalb der Praxen, die nur oder auch Einnahmen aus Kassenabrechnung generiert haben. 2023 verzeichneten diese Praxen mit 70,3 % anteilig weniger Einnahmen aus Kassenabrechnung als noch 2022 (73,6 %), während der Anteil der Einnahmen aus Privatabrechnung auf 25,0 % stieg (2022: 21,8 %).
Hohe Privatabrechnungsanteile bei Dermatologie und Orthopädie
Der Einnahmenanteil aus Kassen- beziehungsweise Privatabrechnung variiert stark in Abhängigkeit vom ärztlichen Fachgebiet. So erwirtschafteten Praxen des Fachgebiets Haut- und Geschlechtskrankheiten im Jahr 2023 mehr als die Hälfte (52,3 %) der Gesamteinnahmen aus Privatabrechnung. Besonders hoch war der Anteil der Privateinnahmen auch bei Praxen des Fachgebiets Orthopädie und Unfallchirurgie mit 47,2 %, bei Praxen der Fachgebiete Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Neurochirurgie mit 46,8 % sowie bei urologischen Praxen mit 45,5 %.
Dagegen stammten nur 12,8 % der Einnahmen der Praxen für Allgemeinmedizin, 13,4 % der Einnahmen der Praxen des Fachgebiets Neurologie sowie 15,5 % der Einnahmen von Praxen des Fachgebiets Kinder- und Jugendmedizin aus privater Abrechnung.
In Zahnarztpraxen gut die Hälfte der Einnahmen aus Kassenabrechnung, in psychotherapeutischen Praxen knapp 90 %
Zahnarztpraxen erzielten mit 51,0 % im Jahr 2023 etwas mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen aus Kassenabrechnung und damit deutlich weniger als Arztpraxen. Gegenüber den Vorjahren ist dieser Anteil auch bei Zahnarztpraxen gesunken (2022: 51,7 %). Die anteiligen Einnahmen aus Privatabrechnung legten von 45,1 % im Jahr 2022 auf 47,2 % im Jahr 2023 zu.
Psychotherapeutische Praxen hatten wie schon in den Vorjahren
anteilig deutlich mehr Einnahmen aus Kassenabrechnung als Arzt- und
Zahnarztpraxen. Bei ihnen stammten 88,7 % aus Kasseneinnahmen und nur
7,5 % aus Privateinnahmen. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich auch
hier die Anteile leicht zugunsten der Privateinnahmen verschoben (2022:
89,2 % Kasseneinnahmen, 7,2 % privat). - Text/Foto © Dr. Ernst Hoplitschek



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